Geschichte

Lage und Situation Leiders vor der Gründung:
Der Feuerschutz war in Leider vor allem durch Löscheimer sichergestellt. Bei jeder Hochzeit wurde dem Brautpaar einer geschenkt und im Brandfall hatte der Mann am Brandplatz mit dem Eimer zu erscheinen.

Allerdings war Leider im Brandfall auf Hilfe der umliegenden Gemeinden, allen voran Aschaffenburg und Großostheim, angewiesen, da es im Gegensatz zu diesen beiden Gemeinden in Leider keine Spritze gab. So musste zum Beispiel nach der Spezialfeuerordnung für die Kürfürstliche Erzkanzlerische Residenzstadt Aschaffenburg der Schloßtürmer ein Zeichen am Turm zur Brandstelle hin anbringen, wonach dann die Bewohner Aschaffenburgs mit einer sogenannten Laufspritze in die umliegende Gemeinde ausrückten.

Die nachbarschaftliche Hilfe wurde aber auch durch die Leiderer durchgeführt. In diesem Falle wurde Leider durch Feuerläufer von der Stadt unterrichtet. So kam es z. B. 1862 zu einem Kasernenbrand in der damaligen Kaserne am Herstalltor. Der Brand dauerte vom Abend des 10.12. bis zum Mittag des 11.12. Es ist verzeichnet, dass der Feuerschein noch auf der Festung Marienberg in Würzburg sichtbar war. Dieser Brand war gleichzeitig der erste Einsatz der damals neugegründeten Aschaffenburger Feuerwehr und wurde unter Mithilfe der Leiderer Bürger gelöscht.

 

Gründung:
Im Jahr 1888 kam es zu einem Brand zweier Scheunen bei Wenzel und Sickenberger (ehem. Augasse 48 ½ und 48 ¹/3, heute Raiffeisenbank). Bei diesem Brand waren die Leiderer auf sich selbst gestellt. Es kam keine Löschhilfe aus Aschaffenburg.

Daraufhin kam es ein Jahr später am 27. 10. 1889 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Leider. Erster Kommandant war Peter Frankenberger. Die Feuerwehr hatte bei Ihrer Gründung 38 Mitglieder bei 985 Einwohnern.

 

Zeit ab Gründung bis zur Eingemeindung:
Im ersten Jahr sind ein Brand und 12 Übungen verzeichnet. Ebenso ein Kassenstand von 3,35 Reichsmark.

In der ersten Zeit galt es vor allem die Feuerwehr mit Gerätschaft auszustatten und zu einer schlagkräftigen Truppe zu machen. So erfolgte zunächst der Kauf einer Schubleiter mit einem Zuschuss der Gemeinde Leider von 100,- Mark. Ebenso wurden zwei Hakenleitern angeschafft.

Im Jahr 1893 wurde der kleinere „Vorgängerbau“ des alten Gerätehauses neben der heutigen Lukaskirche gebaut und durch den durch den Leiderer Bürgermeister Adam Morhard übergeben.

1895 wurde die noch heute funktionstüchtige Saug- und Druckspritze der Firma Magirus ausgeliefert. Sie brachte einen dauerhaften Druck von 5 bar zustande. Sie kostete 1225 Reichsmark, damals der Jahresverdienst eines Gesellen. Um sie bezahlen zu können musste sich die Gemeinde Leider hoch verschulden.

 

Die Zeit ab der Eingemeindung:
1901 kam es zur Eingemeindung von Damm und Leider nach Aschaffenburg. Nach Magistratsbeschluss wurden die aus eigenen Mitteln angeschafften Ausrüstungsgegenstände mit 237 Reichsmark vergütet. Davon wurde ein Gruppenbild mit den Geräten der Wehr vor dem Vereinslokal „Goldener Anker“ St. Joachimsthalerstraße in mehreren Abzügen angefertigt. Auch fand ein Verbrüderungsfest mit der Feuerwehr Damm in der Gaststätte „Vater Jahn“ statt. Die Feuerwehr Leider wurde zwar der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg als 8. Kompanie unter einem Oberkommando angegliedert, blieb aber trotzdem eine eigenständige Freiwillige Feuerwehr. Davon gab es zu dieser Zeit in Aschaffenburg vier Stück: Aschaffenburg selbst, Damm, die Werksfeuerwehr der PWA und Leider.

Insgesamt war der Anschluss der Feuerwehr Leider an die Aschaffenburger Wehr damals ein Zugewinn. So gab es schon im Jahr 1903 einen ersten Zuschuss der Stadtkasse von 100 Mark.

Im Jahr 1907 wurde eine neue 18 m Balanceleiter für 780 Mark bei der Fa. Lottholz Hübsch, Regensburg gekauft. Diese Leiter ist im Moment im Gerätehaus Goldbach untergebracht und harrt ihrer Restaurierung.

1909 gab es den Beschluss des Stadtmagistrats den Kameraden der Feuerwehren das Bürgerrecht schon nach zehnjähriger Dienstzeit unentgeltlich zu verleihen. Bürger einer Stadt war man zu dieser Zeit nicht automatisch von Geburt an und so war dies eine große Ehre. Insgesamt wurde zu dieser Zeit die Feuerwehr seitens der Stadt sehr stark und engagiert gefördert. Diese Auszeichnung fiel ein einziges mal (1914) auch an einen Leiderer: den Schlosser Joseph Zöller. Dies war deshalb der Fall, da durch die kurz darauf ausgerufene Weimarer Republik dieses Privileg entfiel – ab jetzt war jeder Bürger.

Durch den Bau des Elektrizitätswerks am Ende der Ruhlandstraße kam 1910 bei einer Begehung durch die Feuerwehr der Wunsch nach einer Wasserleitung auf, um im Brandfall ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. In Leider gab es bis dato nur Brunnen. Diesem Wunsch wurde entsprochen, nur dauerte es noch 7 Jahre bis Leider an das städtische Netz angeschlossen war. Im gleichen Jahr kam es auch zu einem Großfeuer im Dachstuhl des städt. Wasserwerkes in der Großostheimerstraße, welches wohl nicht schwer zu löschen war.

 

1.Weltkrieg und Weimarer Republik:
Während des 1. Weltkriegs gab es eine Kriegsunterstützung für die Familien der im Felde stehenden Kameraden. Es wurden monatlich je ein Zentner Kohlen und ein Zentner Kartoffeln abgegeben. Ferner wurden in den Monaten November/ Dezember eine „Liebesgabe“ im Werte von 3,- Mark geschickt.

Im Jahr 1924 trat der alte Kommandant Peter Frankenberger nach 35jähriger Führerschaft im Alter von 67 Jahren zurück. Damals lag die Altersgrenze für die Aktive Mannschaft bei 70 Jahren. Die Wahl des neuen Kommandanten fiel auf Josef Morhard III.

1925 wurde die noch heute gebräuchliche Storzkupplung in Damm und Leider eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur eine Schraubgewindekupplung. Da aber die FW Aschaffenburg schon länger die damals modernere Storzkupplung hatte, war bis zu diesem Zeitpunkt die Zusammenarbeit erschwert und nur mit speziellen Übergangsstücken möglich.

Im Jahr 1926 wurde das Gerätehaus „neugebaut“, da es zu eng geworden war. Es begann ein Umbau (= Verlängerung, Verbreiterung und Erhöhung) in den endgültigen und noch heute sichtbaren Zustand. Während der Erdarbeiten und des Aushubs wurden die Leiderer Schüler dazu verpflichtet nach dem Unterricht Knochen zu sammeln, da das alte Gerätehaus auf dem alten Leiderer Friedhof gebaut worden war. Die Knochen mussten beim Pfarrer abgegeben werden und die Schüler erhielten ein kleines Dankeschön. Die Übergabe des „Neubaus“ fand am 22.08.1926 statt.

Nachdem 1921 der Staatshafen fertig gestellt worden war, kam es dort am 18. 07. 1927 zum ersten Großbrand. In einem Lagerschuppen der Firma Jakob Spiro, Sackleinen und Rohproduktenherstellung war um halb 9 Uhr früh ein Feuer in der Reißmaschine für Lumpen entstanden. Bei diesem Einsatz wurde im nachhinein die Wasserversorgung des Hafens bemängelt. Auch kam ein Sprengwagen der Aschaffenburger Feuerwehr zum erstmaligen Einsatz.

Im selben Jahr dichtete der Leiderer Franz Breunig ein Feuerwehrlied nach einer Melodie von Friedrich Silcher (1789-1860), welches die Arbeitsweise der Feuerwehren zu dieser Zeit veranschaulicht.

Die 40jahr-Feier wurde vom 06. – 08. 07. 1929 in der Werkshalle der Fa. Wagner & Neher gefeiert, welche kostenlos zur Verfügung gestellt wurde: Am Samstag war Festkommers und Sonntags Fest mit Schauübung. Als Brandobjekt wurde das ehemalige E-Werk angenommen, welches durch Blitzschlag in Brand geraten war. Von den Einnahmen wurden 500,- RM für das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof und 100,- RM für ein Fenster in der Gedächtniskapelle im Turm der St. Laurentiuskirche gespendet.

Im selbigen Jahr tat sich die damals vorhandene Gesangsabteilung der Leiderer Feuerwehr bei einer Gratulation an den Oberkommandant Niesner der FW Aschaffenburg mit laut Zeitungsbericht einigen „sehr gut gesungenen vierstimmigen“ Liedern hervor.

Die Feuerwehr Leider erlangte in dieser Zeit ihren höchsten Mitgliederstand. So hatte sie z.B. 1931 79 Aktive und 20 Passive Mitglieder. Dies kam vor allem laut Zeitung durch die damalige starke Förderung der Feuerwehr seitens der Stadt zustande.

 

Die Vorkriegszeit:
Da 1934 die aktive Dienstzeit auf 65 Jahre reduziert wurde, musste im Januar ein neuer Kommandant gewählt werden: Heinrich Mayer. Der bisherige Kommandant Morhard konnte wegen Erreichen der Altersgrenze (er war damals 71 Jahre) nicht wieder gewählt werden.

Nachdem in ganz Deutschland nach der Machtergreifung Hitlers die Zeichen der Zeit auf Krieg standen, ging dies natürlich auch an der FW Leider nicht vorbei. Als erstes erfolgte eine Einstellung der Feuerwehr in den Luftschutz mit Verdunklungsübungen. Zusätzlich wurden in ganz Aschaffenburg ca. 600 Mann als sogenannte Zusatzfeuerwehr ausgebildet. Treffpunkt der Leiderer Abteilung war das Hafenamt. 1936 wurden die Feuerwehren der Polizei unterstellt. Die Freiwilligen Feuerwehren hatten den Status von Hilfspolizeikräften. Bei den Übungen wurde vor allem Wert auf richtiges Marschieren und militärischen Drill gelegt.

1937 war ein ereignisreiches Jahr. Im Januar gab es wegen der Erreichung der Altersgrenze des Kommandanten Heinrich Mayer Neuwahlen. Gewählt wurde Wilhelm Morhard.

Am 08. 08. (am Kerbsonntag der Leiderer Kerb) kam es kurz vor 5.00 Uhr zu einem der größten Feuer im Herzen von Leider. Durch einen spielenden Jungen wurden drei mit Getreide und Maschinen gefüllte Scheunen (von Heinrich Wenzel, Karl Morhard, Metzger Lorenz Wenzel) in Brand gesteckt. Das Feuer wurde von der gesamten Wehr Aschaffenburg mit 24 Schlauchleitungen unter Mithilfe des im Hafen stationierten Rechsarbeitsdiensts bekämpft.

Auch wurde im gleichen Jahr noch die erste Motorspritze ausgeliefert. Sie war eine von vier baugleichen Spritzen die in Aschaffenburg vorhanden waren. Gleich im Jahr darauf kam es im Winter zu einem Totalausfall der Spritze, da wegen der Kälte das Kühlwasser eingefroren war und die Zylinderkopfdichtung geplatzt war. Im alten Gerätehaus gab es bis in die 1990er Jahre keine Heizung. Eine Tatsache, die noch manche Reparatur und manche neue Batterie nötig machte.

Insgesamt wurde aber in der Vorkriegszeit der Wagen und Gerätepark der Feuerwehr massiv aufgestockt. Dies geschah vor allem aufgrund der zentralen Gesetzgebung Berlins, die eine Mindestausrüstung abhängig von der Mannschaftsstärke vorschrieb.

So waren 1937 im Gerätehaus vorhanden:

  • Eine Balanceleiter 18 m hoch
  • Eine Stützstange licht 10 m hoch
  • Eine vierrädrige Saug- und Druckspritze
  • Eine Motorspritze
  • Ein vierrädriger Retterwagen
  • Zwei zweirädrige Retterwagen
  • Zwei zweirädrige Schlauchwagen
  • 200 m Hanfschläuche 52 mm weit
  • 2 Stück Gasmasken

Die Platzverhältnisse waren damals ebenso beengt, wie kurz vor dem Neubau des neuen Gerätehauses.

 

Der 2. Weltkrieg:
Nachdem der Kommandant Morhard 1940 zur Wehrmacht eingezogen wurde, übernahm sein bisheriger Stellvertreter Johann Vonderheit das Amt. Nach 3 Jahren an der Front kehrte Morhard zurück und übernahm das Amt wieder.

Während des Krieges wurde ein Bereitschaftdienstes auf der Hauptwache im wöchentlichen Wechsel aller Kompanieen eingerichtet. Auch mussten während dieser Zeit die verbliebenen Reste der Feuerwehr immer wieder neu eingeteilt werden. So schlug man die 1936 behelfsmäßig ausgebildete Zusatzfeuerwehr wegen Personalmangels der regulären Feuerwehr zu.

Gegen Ende des Kriegs fand ein Wechsel im Kommando statt: Johann Vonderheit wird letzter Kommandant der Feuerwehr Leider.

Die unruhige Zeit dokumentieren am besten die Bombenangriffe auf die Stadt: (Die fett markierten trafen auch Leider und Nilkheim)

 

1944

1945

25. 09. Zündmittelabwurf auf die
Stadt
03. 01. Österreicher Kolonie und Nees
& Co
27. 09. Theresienstr. 21. 01. Cornelienstraße und Hafen
30. 09. Brentanoplatz 28. 01. Staatshafen
03. 10. Eitel, Koplitz und Roßmarkt

25. 02. Trockenbrodtstr und Freihof

10. 10. Buntpapier und Bahnstrecke 20. 03. Hafengelände
21. 10. Waisenhaus und Hofgarten 25. 03. Ganze Stadt unter Beschuss
27. 10. Luitpoldstraße, Theater
05. 11. Dalberg-, Löherstr und
Bahnhof
21. 11. Dalberg („Terrorangriff“)
29. 12. Koloseus und Buntpapier

Am 25.03.1945 Einmarsch der Amerikaner auf der Leiderer/Nilkheimer Seite. In Leider wurde Richard Freund (Schriftführer und Gruppenführer) kommissarisch von den Amerikanern als Bürgermeister eingesetzt. Die Feuerwehr wurde nach dem Einmarsch der Amerikaner sofort geduldet und übernommen.

 

Die Besatzungszeit und die junge Republik:
Mit dem Inkrafttreten des Bayrischen Gesetztes über das Feuerlöschwesen im Juli 1946 wurde die Feuerwehr in Bayern wieder auf eine richtige rechtliche Grundlage gestellt. Mit einer Erklärung der Feuerwehr Leider für die Herstellung des Vorkriegszustandes distanzierten sich die Mitglieder deutlich vom dritten Reich.

Ein wichtiges Jahr wurde das Jahr 1952. Es fand eine Reorganisation der Feuerwehr Aschaffenburg statt. Die bedeutet für die Feuerwehr Leider:

  • Ende der Eigenständigkeit als freiwillige Feuerwehr
  • Abgabe des Kommandantenamtes

Die Freiwillige Feuerwehr Leider existierte erst ab diesem Jahr nicht mehr und ging als damaliger Löschzug 5 in der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg auf. Die erste Zugführerwahl gewann Oberbrandmeister Karl Fischer (Kranführer bei Haniel).

Im folgenden wurden noch vier Druckknopfmelder der neu eingerichteten Fernmeldeanlage in Leider installiert.

Die Jahre nach dem Krieg waren vor allem durch Personalmangel gekennzeichnet. Dies kam nicht nur durch die vielen Gefallenen, Verwundeten und Kriegsgefangenen zustande, sondern auch durch falsche Versprechungen während der Kriegszeit. So wurde z.B. mit der Aussage: „nicht zur Front zu müssen, wenn man bei der Feuerwehr sei“ Kameraden angeworben, die natürlich und verständlicherweise nach dem Krieg austraten. Dadurch gestaltete sich der Wiederaufbau der Wehr schwer und langwierig.

1955 kam es zu zwei Großbränden, zum einen in der Wattenfabrik Westarp und zum anderen im Bayernwerk. Die Schadenshöhe betrug 737 870,- DM. Johann Vonderheit wurde im gleichen Jahr Ehrenmitglied der Feuerwehr Aschaffenburg.

Am 10. 05. 1958 trat OBM Fischer aus gesundheitlichen Gründen zurück. Neuer Zugführer wurde Peter Joa. Als Großbrand ist in diesem Jahr der Brand der Tribüne im Viktoria-Stadion verzeichnet.

 

Die 60er/70er Jahre:
Bei einem Brand in einer Stoffverwertungshalle an der Darmstädterstraße entstanden 1962 200 000,- DM Schaden.

1963 legte Peter Joa wegen Erreichens der Altersgrenze sein Amt nieder und trat in den passiven Dienst über. Neuer Zugführer wurde Engelbert Mayer, welcher sich auch gleich daran machte den Zug zu stärken. Am 20. 10. fand eine Schauübung an der alten Schule statt. Der damalige Kommandant Helmut Menzel und der Stadtrat Oskar Rossmann kommentierten die Übung im nachhinein so: „Es steht schlecht um die Leiderer Wehr! Viel zu wenig Leute! Im Ernstfall kann es im abgelegenen Leider einmal zu einer Katastrophe kommen. Bei einem wütend um sich greifenden Feuer, in verwinkelten Gassen und aneinandergebauten Scheunen geht es um Sekunden! Früher gab es in Leider einmal 60 Wehrmänner. Und heute …? Was tun, wenn plötzlich mitten in der Nacht ein Brand ausbricht?“ Die Übung wurde ein Erfolg. Es meldeten sich etliche Leiderer zur Aufnahme in die Feuerwehr.

1965 kam es zur bisher letzten großen Umorganisation der FW Aschaffenburg. Leider wurde zum Löschzug 4.

Mit der Auslieferung des TLF 8/8 (Tanklöschfahrzeug mit 800 Litern Wasser und einer Pumpe mit einer Leistung von 8 bar) bekam Leider 1966 sein erstes motorisiertes Fahrzeug. Ein Herabsenken des Eintrittsalters auf 14 entschärfte ein wenig das Problem des fehlenden Personals.

1968 kam es zum Wechsel an der Spitze des Zugs Heinz Sator wird Zugführer. Im selben Jahr wurde das bisherige Vereinslokal „Goldener Anker“, St. Joachimstalerstraße abgerissen. Im Jahr drauf kam es zu einem Großbrand im Leiderer Hafen: 1000 t Zellstoff brannten.

In den 70ern wurde das jährliche Feuerwehrfest eingeführt. Die Feuermeldeanlage nam man außer Betrieb, da es inzwischen zuviel Fehlalarme durch Missbrauch gab.

1970 kam es zu einem gewaltigen Hochwasser von 6,36 m. Die Feuerwehr ist 100 Stunden im Einsatz.

1977 brannte eine Briketthalde bei der Fa. Winschermann in der Kohlenkaistraße.

 

Die 80er Jahre:
Durch den inzwischen größer gewordenen Zug wurde 1980 die Anschaffung eines VW-Bus als Mannschaftstransportwagen notwendig. Vom Zug wurden, um den Kauf überhaupt möglich zu machen, 2000,- DM zugegeben. Anfang der 80er wurden in Nilkheim mehrere Werbeaktionen gestartet um Mitglieder zu werben. Sie hatten durchaus Erfolg.

Ab 1983 übernahm Robert Müller die Zugführer. Im selben Jahr kam es zu einem Großbrand im Basarmarkt (Heute Real-Markt, Strietwald).

Einen neuerlichen Führungswechsel gab es 1987 mit Dietmar Zimlich. Auch er konnte gleich nach der Übernahme der Zugführung in einem Großbrand, diesmal bei der Fa. Endzweig sein Können unter Beweis stellen.

1989 wurden 100 Jahre Feuerwehr Leider mit einem mehrtägigen Fest gefeiert. Gleichzeitig gab es noch die Fahrzeugweihe des LF 8, welches als Ersatz für das alte TLF 8/8 in Dienst gestellt wurde. Im gleichen Jahr wurde die Feuerwehr noch in einem mehrtägigen Einsatz stark gefordert. In diesem Jahr brannte es drei Tage in der Kohlemühle des Bayernwerks.

 

Die 90er Jahre:
Die 90er begannen turbulent mit einem mehrtägigen Einsatz während der Sturmnächte 1990, die durch die Sturmtiefs Wiebke und Viviane verursacht wurden. Im gleichen Jahr bekam der Zug einen regen Mitgliederzuwachs. Es konnten 10 Jugendliche auf einen Schlag aufgenommen werden. Die auch noch heute bestehende Jugendgruppe war gegründet. Dies zog natürlich nach sich, dass das bisher schon enge Gerätehaus jetzt aus allen Nähten platzte. So suchte man dieses Platzproblem zu lösen.

1992 wurde mit den Räumen im Heizwerk, die sogenannte Wache II eine Zwischenlösung gefunden. In den Köpfen kam aber schon damals die Idee eines neuen Gerätehauses auf.

Das Jahr 1994 begann mit einem Großbrand. Durch eine Silvesterrakete war in einem Dachstuhl in der Stadelmannstraße ein Brand ausgebrochen. Im selben Jahr ereignete sich bei Umbaumaßnahmen im Bayernwerk ein Gerüsteinsturz. Ein 40 m hohes Gerüst wurde auf 7 m zusammengestaucht. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten.

Im Jahr darauf wurden die Planungen für ein neues Gerätehaus offiziell in Angriff genommen. Viel Überzeugungsarbeit musste bei Kommandantur und Politik geleistet werden. Allein schon die Suche nach einem geeigneten Bauplatz war nicht einfach.

Durch den Verkauf eines alten Tragkraftspritzenanhängers und der alten Tragkraftspritze begann 1997 eine bis heute anhaltendeFreundschaft mit unserer Partnerfeuerwehr in Tótvázsony, Ungarn. Manche Freundschaft wurde dadurch bis heute geschlossen. Der gegenseitige Besuch ist bis heute ein schönes Ereignis im Jahresablauf.

1998 war es endlich soweit. Der Spatenstich für den Neubau konnte getätigt werden. Und ein Jahr später konnte das neue Gerätehaus feierlich mit einem zweitägigen Fest eingeweiht werden.

 

Das neue Jahrtausend:
Die bisherigen Jahre des neuen Jahrzehnts haben sich vor allem in der großen Erweiterung des Fahrzeugsparks niedergeschlagen. Dadurch, dass das neue Gerätehaus nun genügend Platz bot, konnte im Jahr 2000 das K-Boot und der Ölwehranhänger von der Hauptwache überstellt werden. Der Zug bekam damit einen zusätzlichen Aufgabenbereich. Die Bekämpfung von Ölschäden auf Gewässern. Im gleichen Jahr wurde noch ein Mehrzweckfahrzeug, ein VW – Lt von der Fa. Degussa abgekauft. Dieses war vor allem für Kleinschäden ausgestattet. Im gleichen Jahr platze auf der Hauptwache der 45 PS Motor des VW Buses nach einer Fahrt nach Frankfurt. Nach großen Anstrengungen konnte ein 60 PS Austauschmotor gefunden werden, da es fast keine Ersatzteile mehr gab.

Im Jahr 2001 trat Dietmar Zimlich aus beruflichen und persönlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger wurde sein bisher zweiter Stellvertreter Peter Morgen. Im selben Jahr ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall auf der Obernburgerstraße, bei dem nachts ein vollbesetzter Golf ins Schleudern geriet und rückwärts an einen Baum prallte. Anfang 2002 konnte ein LkW aus einem Gewächshaus an der Obernburgerstraße gezogen werden. Es fanden noch zwei Großübungen an der Firma Hensler und Firma Transgas statt.

Nachdem 2003 das Mehrzweckfahrzeug außer Dienst gestellt werden musste, wurde der SW 2000 von der Wache zugeteilt. Damit bekam der Zug auch endlich ein zweites Zugfahrzeug für den zweiten Anhänger. Auch wurde mit der Generalüberholung des K-Bootes begonnen.

Im Jahr 2004 konnte das fertig überholte Boot wieder in Dienst gestellt werden. Es besitzt nun einen neuen und deutlich leistungsstärkeren Motor.

2005 konnte das lange erwartete neue Mannschaftstransportfahrzeug in Dienst gestellt werden. Er ersetzte den inzwischen 26 Jahre alt gewordenen VW Bus. Gleichzeitig mit der Indienststellung bekam der Löschzug ein neues Aufgabenfeld zugeteilt: das Warnen der Bevölkerung bei Großschadenslagen.

Dieses Jahr begann mit der Neuwahl des Zugführers. Peter Morgen trat aus beruflichen Gründen zurück. Als neuer Zugführer wurde Dietmar Zimlich gewählt. In der Versammlung vom 20.07.06 trat Dietmar Zimlich aus zeitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Es wurde sich darauf geeinigt, dass Peter Morgen dieses Amt kommissarisch bis zur Jahreshauptversammlung 2007 des Löschzugs führt.

Anfang 2006 beschloss Kommandant Karl-Georg Kolb, die Löschzüge 4 und 5 im Leiderer Gerätehaus zusammenzulegen. Durch den Einzug des LZ 5 in das Gerätehaus Leider, wurde aus Löschzug 4 Aschaffenburg-Leider nun LZ 4/5 Aschaffenburg-Leider/Nilkheim. Zeitgleich wurde das dem Löschzug 5 unterstellte Bund-Löschgruppenfahrzeug 16 TS in Leider stationiert, und der SW 2000 kam aus Platzgründen zurück zu Hauptwache, bleibt aber weiterhin dem LZ 4/5 unterstellt. Aus einsatztaktischen Gründen wurde 2008 das LF 8 nach 19 Dienstjahren durch ein neues Löschgruppenfahrzeug 20/16 der Firma Ziegler ersetzt, was die Schlagkraft der Mannschaft erheblich erhöhte.

2010 verstarben der bis dahin amtierende Zugführer des Löschzug 5 Ralf Hofmann. Zum Zugführer des Löschzug 5 wurde sodann Stefan Langheinrich gewählt.
2012 verstarb ebenfalls plötzlich und unerwartet Stefan Langheinrich. Auch Peter Morgen legte 2012 sein Amt als Zugführer des Löschzug 4 nieder.

In den 2013 getätigten Neuwahlen wurden Kai Kernhof (LZ4) und Philipp Weigel (LZ5) als neue Zugführer der beiden Löschzüge gewählt.

Das Jahr 2012 brachte auch zwei Neuerungen in der Technik. Das Bund-Löschgruppenfahrzeug 16 TS wurde außer Dienst gestellt und durch ein neues Bund-Löschgruppenfahrzueg LF-Kats ersetzt. Ebenfalls wurde ein Notstromanhänger in Leider stationiert, um im Katastrophenfall das Gerätehaus mit Strom versorgen zu können.

Der SW 2000, welcher zwischenzeitlich nicht mehr in der Hauptwache stationiert war, sondern im Gerätehaus des Löschzu 3 Damm, wurde 2014 auch diesem unterstellt.

Im Jahr 2014 ereigneten sich insgesamt 4 Großbrände im Leiderer Hafen, bei denen nicht nur der Löschzug 4/5, sondern auch sämtliche weitere Kräfte der Stadt Aschaffenburg sowie mehrere Wehren des Landkreis Aschaffenburg im Einsatz waren.

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Feuerwehr Leider wurde 2014 im kleinen Rahmen zusammen mit unserer Partnerfeuerwehr Totvazsony und den Kameraden der 7 weiteren Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg gefeiert.